Auen sind flache Land·schaften.
Man findet sie am Ufer von Flüssen und Bächen.
Wenn es viel regnet oder der Schnee schmilzt,
entsteht Hoch·wasser.
Das Wasser aus den Flüssen und Bächen überschwemmt die Auen.
Bei niedrigem Wasser fließt Wasser aus den Auen zurück in den Fluss oder in den Bach.
In den Auen brüten viele Vögel.
Zum Beispiel der Eis·vogel und die Ufer·schwalbe.
Frösche und Salamander legen im flachen Wasser ihre Eier ab.
Auch viele Fische, Würmer und Insekten fühlen sich in Auen wohl.
In Auen wachsen viele Gräser und Sträucher.
Und es gibt dort sogar Bäume.
Zum Beispiel die Silber·weide.
Ihr macht es nichts aus, wenn ihre Wurzeln längere Zeit im Wasser stehen.
Menschen brauchen viel Wasser.
Zum Beispiel zum Trinken, zum Waschen und zum Kochen.
Deshalb hat man Städte immer schon gern am Ufer von Flüssen gebaut.
Das Leben am Fluss hat noch mehr Vorteile:
Auf den Auen kann man Felder anlegen.
Gemüse und Getreide wachsen dort sehr gut.
Denn die Erde hat viele Nähr·stoffe.
Und auf dem Fluss können Schiffe fahren.
So kommen Menschen und Sachen schnell von einem Ort zum anderen.
Damit die Schiffe schneller fahren können,
hat man viele Flüsse begradigt.
Das heißt: Man hat ein neues, gerades Fluss·bett gegraben.
An den Seiten hat man dann Mauern gebaut.
Damit der Fluss in dem neuen Fluss·bett bleibt.
Der Fluss soll die Ufer nicht überschwemmen.
Natürliche Auen gibt es nur noch selten.
Denn die Fluss·ufer sind oft zugebaut.
Oder es gibt dort Felder für die Land·wirtschaft.
In den Auen können viele Tiere und Pflanzen leben.
Es gibt aber nur noch wenige Auen.
Darum gibt es auch immer weniger von diesen Tieren und Pflanzen.
Manche könnten sogar aussterben und damit ganz verschwinden.
Auch wir Menschen brauchen mehr Auen.
Denn Auen schützen die Umgebung vor Hoch·wasser.
Und zwar viel besser als Mauern und Deiche.
Denn bei Hoch·wasser laufen die Auen einfach voll.
Sie nehmen das Wasser auf wie ein Super·schwamm.
Wenn das Hochwasser vorbei ist,
fließt das Wasser aus den Auen in den Fluss zurück.
Der Klima·wandel bringt immer häufiger Hoch·wasser.
Häuser und Straßen werden öfter überflutet.
Dagegen muss man etwas machen.
Und darum werden jetzt überall Flüsse re·naturiert.
Das bedeutet: zurück zum natürlichen Zustand.
Dafür entfernt man Wege und Mauern an den Ufern.
Und man lässt die Flüsse wieder so fließen wie früher.
Mit Kurven.
Es gibt dann wieder mehr Platz für die Natur.
Für neue Auen.
Und das ist gut für alle: für Menschen, Tiere und Pflanzen.
Das Titelbild hat Georg Cevales fotografiert.
www.cevales.com
Den Text hat Gabi Neumayer geschrieben.
www.gabineumayer.de
Jana Brandes hat den Text auf Leichte Sprache geprüft.
www.sprachstil.de
Andrea Halder und Martin Weser haben den Text gelesen und verstanden.