Eine Karikatur in schwarz-weiß. Ein Mann hält ein Handy in der Hand und schaut sehr verwirrt. In seiner schwarzen Gedankenblase ist das Wort ALARM zu lesen.
Zeichnung: Burkhard Mohr

Was ist Doom·scrolling?

Doom·scrolling ist Englisch.
So spricht man es aus: Duhm·skrolling.
Übersetzt heißt es etwa: Scrollen bis zum Untergang.
Aber was ist damit gemeint?

Im Moment gibt es viele schlechte Nachrichten.
Nachrichten über das Klima, über Natur·katastrophen, über Krieg, über Geld, über rechte Parteien in der Politik.
Viele Menschen lesen diese schlechten Nachrichten am Handy.
Auf Nachrichten·seiten im Internet.
In Videos bei YouTube.
Oder bei Instagram und Tik Tok.

Doom·scrolling bedeutet:
Man liest eine schlechte Nachricht.
Dann klickt man von dort aus auf die nächste schlechte Nachricht.
Man liest auch diese schlechte Nachricht.
Eine nach der anderen.
Immer weiter.
Bis man denkt:
Es gibt nur noch schlechte Nachrichten.

In der Corona·zeit haben besonders viele Menschen so Nachrichten gelesen.
Alle wollten gut informiert sein über das Virus.
Aber so haben sie sich auch nur noch mit Corona beschäftigt.
Und nicht mehr mit anderen Themen.

Doom·scrolling kann Stress und Angst auslösen.
Man macht sich Sorgen.

Was kann man gegen Doom·scrolling machen?

Zuerst muss man sich selbst fragen:
Warum lese ich immer wieder Nachrichten?
Wonach suche ich?
Was brauche ich?

Vielleicht merke ich dann:
Ich lese zu viele Nachrichten.
Ich verbringe zu viel Zeit am Handy.

Dann kann man verschiedene Sachen aus·probieren.
Zum Beispiel diese:

  • Ich kann die Push·nachrichten am Handy ausstellen.
    Dann bekomme ich keine Nachrichten mehr aufs Handy geschickt.
    Ich habe nicht mehr das Gefühl:
    Ich muss sofort Nachrichten lesen.
    Ich kann den Zeit·punkt dafür selbst wählen.

  • Ich kann mir Zeiten fest·legen.
    Zum Beispiel:
    Immer nur eine Stunde am Stück.
    Danach lege ich das Handy weg.
    Und ich beschäftige mich mit anderen Themen.

  • Ich gucke:
    Wie kann ich Nachrichten für mich am besten nutzen:
    Nachrichten im Fernsehen?
    Radio·nachrichten?
    Nachrichten lesen? Oder vorlesen lassen?
    Oder Podcasts mit Nachrichten?
    Vielleicht macht mir eine Art von Nachrichten weniger Angst als eine andere Art.

  • Ich kann mit anderen über Nachrichten sprechen.
    Welche Gefühle lösen die Nachrichten aus?
    Wie geht es Familie und Freund*innen damit?
    Und können wir vielleicht gemeinsam etwas tun?
    Damit es uns wieder besser geht?
    Damit wir besser mit schlechten Nachrichten umgehen können.

Manche Menschen können alleine etwas gegen Doom·scrolling tun.
Andere Menschen brauchen dabei Hilfe.
Von Freund*innen.
Von der Familie.
Oder von einer Beratungs·stelle.

Das Titelbild ist eine Zeichnung von Burkhard Mohr.
www.burkhard-mohr.de

Anne Leichtfuss hat den Text geschrieben.
Der Text ist von der Webseite www.einfachstars.info

Diese Personen haben den Text gelesen und verstanden: Andrea Halder, Natalie Dedreux, Fynn Heinenmann und Martin Weser.